Konzertberichte

Konzertbericht • SPH Bandcontest Vorrunde • Kulturwerkstatt Paderborn

Es ist Grippesaison hier in Deutschland und das merkt man an jeder Ecke: Egal ob an der Arbeit, im Freundeskreis, oder beim Erwerb eines mit einer Hackfleischscheibe und Käse belegten Brötchens: Fast jeder, den man trifft, scheint krank zu sein.
Wenn also heute das erste Konzert eines neuen Bandprojekts, an dem man Teil hat, ansteht, wäre man in den letzten Tagen am liebsten mit einer Art Ganzkörperkondom durch die Gegend gezogen. Das haben wir zwar aus Leichtsinnigkeit nicht gemacht – gesund haben wir den heutigen Tag dann aber trotzdem irgendwie erreicht.

Moment mal, sollte unser erstes Konzert nicht eigentlich schon im Januar stattfinden? Richtig, wir haben uns vor geraumer Zeit beim SPH Bandcontest angemeldet, um dort anzutreten. Vor einem Monat sollte es dann soweit sein: 7 Bands sollten in der Kulturwerkstatt in Paderborn zeigen, was sie draufhaben!
Doch dann kam das Sturmtief „Friederike“ um die Ecke, meinte nur »Nö.« und machte kurzerhand das Dach der Kulturwerkstatt kaputt.

Glück im Unglück für uns: Am Ende waren es nur noch 3 Bands, denen der heutige Ausweichtermin zeitlich passte, und eine davon waren wir. Bei der Vorrunde vom SPH Bandcontest kommen immer 3 Bands weiter, der Rest fliegt raus: Wir haben also automatisch gewonnen. In Nerd-Kreisen nennt man das „gg ez“.

Um unseren ersten Auftritt möglichst authentisch zu gestalten, haben wir einen über 10 Jahre alten VW-Bus gemietet, um unsere Instrumente und Verstärker zu transportieren. Ein Foto des gefüllten Innenraums von unserem Bus wurde dann dank Andre kurzerhand zum ersten Post unserer Band auf Instagram. Und obwohl unsere einzigen Follower bis dato Andre, seine Freundin und sein Hund waren, haben wir für den Post eine Menge Likes bekommen! Womöglich lag das an den ausgezeichneten Hashtags, die wir in einem kurzen Brainstorming während unserer Busfahrt mit Bedacht gewählt haben:

Nachdem uns dann eine Menge Lieferwagen und Reisebusse wegen unserer Spitzengeschwindigkeit von ca. 110 km/h überholt haben, kamen wir schließlich in Paderborn an: Die Kulturwerkstatt machte auf uns direkt einen überraschend guten Eindruck für die Location des ersten Auftritts und weil wir noch etwas Zeit hatten, beschlossen wir zunächst in einem sehr bekannten Fast-Food Franchise, das sich nur wenige hundert Meter von uns entfernt befand, zu dinieren.

Nach der Einnahme unserer Henkersmahlzeit waren wir dann bereit, um Punkt 19 Uhr die Ankunft unserer Zuschauer zu beobachten… Und Mann waren das viele! Eine riesige Menschenmenge strömte durch den Flur der Kulturwerkstatt, zu der einen Person, die Karten für den Bandcontest verkaufen sollte, und… Auf einmal drehten all diese Leute wieder um, denn der Kartenverkäufer hatte ihnen erklärt, dass die Zaubershow, zu der sie wollten, in einem anderen Saal stattfindet…
Der Saal, in dem unser Konzert stattfinden sollte, wurde dann aber trotzdem voll und sorgte damit für die eine oder andere feuchte Unterhose.

Und dann kam unser Auftritt: Mit sehr hoher Geschwindigkeit spielten wir unsere ersten beiden Songs „The End of Me“ und „Bad Luck“, waren bereit mit verfaulten Tomaten und Buhrufen beerdigt zu werden, doch dann – habt ihr gejubelt!

Wir hatten an diesem Abend wirklich ein tolles Publikum! Und das ist keiner dieser Sprüche, wie man ihn in jedem Konzertbericht der Welt liest! Wir waren selbst schon als Zuschauer auf mehreren Bandcontests unterwegs, und die Intensität, mit der ihr geklatscht, euch bewegt und uns zugejubelt habt – das war für das aller erste Konzert in einer neuen Band wirklich eine ganz großartige Erfahrung! Nachdem wir „Uncertainty“ als letztes Lied gespielt haben, sollten wir euch dann sogar eine Zugabe geben – auch das erlebt man auf Bandcontests wirklich selten. Und ihr solltet eure Zugabe auch bekommen.

Am Ende wurden wir dann sogar aus Sicht des Publikums auf Platz 1 für den Abend gewählt! Und das, obwohl wir von den teilnehmenden Bands nicht am meisten Karten verkauft haben.
Mehr kann man sich für das erste Konzert nun wirklich nicht wünschen!